Bluatschink

Seit über 25 Jahren gibt es "Bluatschink" bereits.
Das Musikgruppe hat die Hitparaden in Österreich bereits in den 90ern gestürmt – und Songs wie "I han di gera" oder "Funka fliega" sind inzwischen schon Klassiker. Der Stil des Liedermacher Duos Toni und Margit Knittel wurde einmal zusammengefasst mit "Heiter-Kritisch-Schnulziges im Lechtaler Dialekt". Die Texte sind kritisch, ohne dass mit dem Zeigefinger gefuchtelt wird. Es wird nach Herzenslust geblödelt und trotzdem ist das Zeltfest in weiter Ferne. Und es werden berührende Geschichten erzählt, die das Leben geschrieben hat und in denen sich der Zuhörer wiederfindet.

Jenseits der Tiroler Berg- und Landschaftwelten stellt die Sprache zuerst einmal eine Überraschung dar. Aber schon bald hat man sich eingehört und dann erschließt sich einem der ehrlich-urwüchsige Charme dieses Musik-Projektes umso mehr.
Ganz im Norden Tirols, hart an der Grenze zum Allgäu und zu Vorarlberg liegt das Lechtal – die Heimat des "Bluatschink" – ein Fabeltier, bei dem keiner genau weiß, wie es aussieht. Man könnte es als eine Art "Wasser-Wolpertinger" bezeichnen. Hat es früher noch dazu gedient, die Kinder zu erschrecken, damit sie vom reißenden Wildfluss wegbleiben, so hat Toni Knittel dieses Sagen-Monster in eine Art Umweltanwalt umgedeutet. "Man kann mit Musik vermutlich nicht die ganze Welt verändern, aber vielleicht das Lechtal!" – so hat sich der Lechtaler Liedermacher wohl gedacht, als er gegen Kraftwerke und Flussverbauungen an seinem geliebten Lech angesungen hat. Und siehe da: Inzwischen ist die Wildflusslandschaft unter Schutz gestellt und der Ruf dieses einzigartigen Naturjuwels erreicht auch immer mehr Menschen in Deutschland.

Das Themen-Spektrum der Bluatschink-Songs geht inzwischen natürlich weit über "Umweltschutz" hinaus, es ist ein ganz einzigartiger Mix aus Pop-Songs, Neuer Volksmusik und Liedermacher-Balladen entstanden, für den es das Publikum seit Jahren liebt.
Die Tatsache, dass hier ein Ehepaar gemeinsam musiziert, bringt es natürlich mit sich, dass die beiden Stimmen über Jahre hinweg zusammengeschweißt wurden und alle Lieder auch sehr authentisch rüberkommen. Ob man da in einer Pop-Ballade an kongeniale Duos wie Johnny Cash und June Carter erinnert wird, oder gleich danach alpenländische Weltmusik im Stile eines Hubert von Goisern erklingt – Bluatschink ist immer mit Hundert Prozent Herz bei der Arbeit und der Funke springt vom ersten Ton an über.

Toni Knittel ist außerdem der Urgroßneffe der "Geierwally". Aber zum Glück für sein Publikum hat er nicht wie seine berühmte Verwandte Anna Stainer-Knittel das Kletterseil ergriffen, sondern die Gitarre. Doch egal ob "Geierwally" oder "Bluatschink" – das Lechtal scheint ein guter Boden für das entstehen von starken Persönlichkeiten und urigen Originalen zu sein.